Investitionskredit für die Digitalisierung: Wie Du KI und Software finanzierst (ohne Deine Liquidität zu killen)
Willkommen zurück auf Investitionskredite.net. Wir schreiben Ende 2025, und wenn Du Dich auf LinkedIn oder Branchen-Events umschaust, gibt es eigentlich nur noch ein Thema: Künstliche Intelligenz (KI).
Jeder will sie, jeder „braucht“ sie angeblich. Vom Chatbot im Kundenservice bis zur vollautomatischen Lageroptimierung.
Aber jetzt mal Hand aufs Herz (und Hand auf die Firmenkasse): Wer soll das bezahlen?
Eine ordentliche KI-Implementierung oder ein neues ERP-System kostet schnell mal so viel wie ein schicker Mittelklassewagen – oder auch drei. Und im Gegensatz zu einer neuen Fräsmaschine kannst Du eine Software nicht einfach anfassen. Das macht viele Banker nervös.
„Herr Alex, was ist denn der Wiederverkaufswert Ihrer Software-Lizenz, wenn Sie pleitegehen?“
Tja, null. Und genau deswegen sind normale Investitionskredite für „weiche“ Assets oft so schwer zu kriegen.
Aber keine Panik! Ich habe mich für Euch durch den Förder-Dschungel 2025 gewühlt und zeige Euch, wie Ihr das „unsichtbare Gold“ finanziert.
Das Problem mit den „Soft Assets“
Klassische Banken lieben Sicherheiten, die man anfassen kann. Eine Immobilie? Super. Ein LKW? Prima. Eine individuelle Software-Schnittstelle? Grillenzirpen. Da diese Investitionen oft keine dinglichen Sicherheiten bieten, verlangen Banken bei normalen Krediten oft höhere Zinsen oder brutal hohe Bürgschaften von Dir privat. Doch 2025/2026 ist das „Jahr der digitalen Förderung“. Der Staat will, dass der Mittelstand endlich digitaler wird. Und das ist Eure Chance.
Die Lösung: KfW „Digitalisierung und Innovation“ (Der Heilige Gral)
Vergesst den 08/15-Kredit. Ihr wollt den ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit (Programmnummer 380/390/391 bei der KfW).
Warum?
- Haftungsfreistellung: Die KfW übernimmt bis zu 50% (manchmal mehr) des Risikos. Das beruhigt Euren Bankberater ungemein.
- Zuschüsse! Ja, geschenktes Geld. Je nachdem, wie „innovativ“ Euer Projekt ist, gibt es Tilgungszuschüsse. Das heißt, Ihr müsst weniger zurückzahlen, als Ihr aufgenommen habt.
- Breite Definition: Gefördert wird nicht nur die Hardware, sondern auch die Schulung der Mitarbeiter (super wichtig!), die Beratungskosten und die Lizenzen selbst.
Alex-Tipp: Wenn Ihr in KI investiert, versucht in die „Stufe 3“ (HighEnd-Digitalisierung) zu rutschen. Da sind die Konditionen am besten. Argumentiert im Antrag mit „Automatisierung“ und „Zukunftstechnologien“.
Nischentipp: Der „Digitalbonus“ der Bundesländer
Bevor Ihr zur KfW rennt, checkt Euer Bundesland!
- Bayern: Der „Digitalbonus Bayern“ wurde neu aufgelegt (wichtig: jetzt nur noch über ELSTER-Unternehmenskonto beantragbar!). Hier gibt es bis zu 50% Zuschuss für kleine Firmen.
- Baden-Württemberg & Co: Fast jedes Land hat ähnliche Töpfe.
Der Trick: Diese Boni sind oft Zuschüsse, keine Kredite. Ihr könnt sie aber mit einem Investitionskredit kombinieren, um den Eigenanteil zu decken.
Beispiel: Projekt kostet 50.000 €. 10.000 € kommen vom Land als Zuschuss. Die restlichen 40.000 € finanziert Ihr über einen günstigen Förderkredit. Liquiditätsbelastung: Minimal.
Steuer-Hack 2025: Der „Investitionsbooster“
Habt Ihr schon vn der Superabschreibung (oder degressiven AfA) gehört, die Mitte 2025 beschlossen wurde? Ihr könnt für bestimmte digitale Wirtschaftsgüter jetzt deutlich schneller abschreiben (teilweise 50% sofort!). Das finanziert die Anschaffung zwar nicht direkt, aber es senkt Eure Steuerlast im ersten Jahr massiv. Diese gesparte Steuer ist quasi Eure „Innenfinanzierung“. Redet zwingend mit Eurem Steuerberater darüber, bevor Ihr bestellt!
Wer jetzt nicht digitalisiert, zahlt doppelt
Entweder Ihr zahlt jetzt Zinsen für einen Kredit (der sich durch Effizienzgewinne meist schnell selbst trägt), oder Ihr zahlt später mit Marktanteilen, weil die Konkurrenz schneller und billiger arbeitet.
Investitionskredite für Software sind 2026 kein Hexenwerk mehr, wenn man weiß, welche Knöpfe man drücken muss. Lasst Euch nicht vom Banker abwimmeln, der „nur Maschinen“ kennt. Fragt gezielt nach dem ERP-Digitalisierungskredit.
Was plant Ihr an digitalen Upgrades für 2026? Neues CRM? KI-gestützte Buchhaltung?
Schreibt mir Eure Pläne (und Finanzierungs-Sorgen) in die Kommentare!