Wenn du lange selbstständig bist, passiert’s irgendwann:
Du triffst eine Entscheidung, die dich mehr kostet, als sie dir bringt.
Bei mir war’s ein „Premium-Mastermind-Programm“ – mit allem Pipapo: Zoom-Calls, Gruppenarbeit, Onlinekurse, Slack-Channel, schicke Landingpage.
💸 Preis: 6.800 €
📉 Nutzen: nahe null
🤕 Bauchgefühl: „Ich hab’s kommen sehen.“
Warum ich’s trotzdem gemacht hab? Und was ich heute daraus gelernt hab? Das erzähl ich dir jetzt.
🧲 Die Verlockung: Hochglanz, Versprechen, Testimonials
Das Angebot klang wie die perfekte Lösung:
„Wachse mit anderen High-Performern in 6 Monaten auf das nächste Level!“
„Sichere dir Klarheit, Umsatz und Freiheit mit unserem bewährten System!“
Ich war ausgelaugt. Suchte Orientierung.
Und in dem Moment klang alles… logisch.
Alle um mich rum meinten: „Mach das! Das ist die Chance.“
Also hab ich bezahlt – und direkt ein schlechtes Gefühl gehabt.
📉 Der Absturz: Fehlende Struktur, leere Floskeln
Das Programm startete.
Erste Calls: alle 90 Minuten lang, voll mit Motivationssprüchen und Selbstreflexion.
Kaum konkrete Aufgaben. Keine messbaren Schritte.
Wenn du mal ein Problem hattest, hieß es: „Das musst du auflösen.“
Aha. Danke.
Was ich gebraucht hätte: Strategie, Klarheit, Business-Modelle.
Was ich bekam: Gruppenkuscheln und Affirmationen.
🕳️ Der Fehler: Ich hab mein Bauchgefühl ignoriert
Das Schlimmste:
Ich wusste eigentlich, dass es nicht passt.
Ich hatte das PDF durchgelesen, die Landingpage analysiert, den Coach gegoogelt.
Aber die ganzen Testimonial-Videos („Ich bin jetzt bei 30k im Monat!“) hatten mich erwischt.
FOMO at its best.
Ich wollte dazugehören. Ich wollte das, was sie hatten.
Und ich dachte, ich krieg’s mit diesem einen Schritt.
💡 Meine 5 wichtigsten Learnings
- Nur weil es teuer ist, ist es nicht besser.
Preis ≠ Qualität. Gerade im Coaching-Bereich nicht. - Testimonials sind oft Momentaufnahmen – oder Marketing.
Frag nach: Was ist daraus geworden? Gibt’s echte Referenzen? - Wenn du dich drängen lässt, ist’s fast immer ein schlechtes Zeichen.
Gute Anbieter geben dir Raum für Entscheidungen – keine 24h-Ultimaten. - Ohne klare Inhalte, keine klare Umsetzung.
Ich brauch Struktur, Arbeitsblätter, Hausaufgaben – keine Räucherstäbchen-Calls. - Vertrau auf dein Gefühl.
Wenn was nicht stimmig ist, dann hat das meist einen Grund.
💬 Was ich anders mache – heute
Ich investiere nur noch in Programme oder Anbieter, die:
- klar zeigen, was ich konkret bekomme
- Ergebnisse belegen können – nicht nur Bauchgefühl verkaufen
- mir erlauben, Fragen zu stellen, ohne gleich zu „überzeugen“
- mir vorab Testeinblick geben (z. B. in Kursinhalte oder Vorlagen)
Und: Ich spreche mit echten Teilnehmern – außerhalb der Bubble.
Eine schlechte Investition ist keine Katastrophe – aber auch kein Muss
Ich hab draus gelernt. Und heute bin ich wählerischer.
Diese 6.800 € tun immer noch weh – aber sie haben mich vorsichtiger gemacht.
Und: Ich lass mich nicht mehr blenden.
Wenn du überlegst, Geld zu investieren, nimm dir die Zeit.
Stell Fragen. Vertrau dir.
Und wenn du dir unsicher bist – dann ist das meist Grund genug zu warten.