Wie ich meine Raten flexibel halte – auch bei mehreren Investitionen

Es war so weit: Ich hatte nicht nur einen, sondern gleich drei Kreditverträge parallel am Laufen.
Eine größere Maschine, ein Fahrzeug fürs Team und eine IT-Lösung zur Digitalisierung des Kundenkontakts. Alles sinnvoll, alles wichtig – aber auch: monatlich über 1.300 € Ratenbelastung.
Ich dachte damals: „Wenn jetzt irgendwas passiert – wie soll ich das alles stemmen?“
In diesem Artikel zeig ich dir, wie ich meine Raten von Anfang an so strukturiert habe, dass sie zu meinem Geschäft passen – und ich auch in schwächeren Monaten handlungsfähig bleibe. 💡


Ratenhöhe ist nicht gleich Belastung

Ein ganz wichtiger Punkt: Viele denken bei Krediten nur an die Zinshöhe.
Aber ich habe gelernt: Die Ratenstruktur ist entscheidend für deinen Alltag.

Ich habe deshalb bei jedem Kredit gefragt:

  • Kann ich tilgungsfrei starten?
  • Ist eine flexible Tilgung möglich (z. B. mehr zahlen, wenn’s gut läuft)?
  • Gibt’s saisonal anpassbare Raten?
  • Ist eine temporäre Ratenpause verhandelbar?

Und weißt du was? Oft geht mehr, als man denkt – wenn man es VORHER anspricht.


Meine 3 Prinzipien für flexible Raten

1. Tilgungsfreie Startphase nutzen

Gerade bei Investitionen, die sich erst nach ein paar Monaten rechnen, lohnt sich eine tilgungsfreie Anlaufzeit.
Ich hatte bei meinem Maschinenkredit z. B. 18 Monate nur Zinsen – die Tilgung begann erst danach.

So konnte ich die neuen Aufträge erstmal abarbeiten und Geld verdienen, bevor die volle Belastung kam.

2. Nicht alle Kredite gleich lang

Ich versuche, die Laufzeiten gestaffelt zu wählen.
Beispiel:

  • Fahrzeugleasing: 3 Jahre
  • IT-Investition: 5 Jahre
  • Maschine: 10 Jahre

So hab ich nie den „Big Bang“, wo alles gleichzeitig ausläuft oder neu verhandelt werden muss.

3. Sondertilgungsspielraum immer mitverhandeln

Ich plane bewusst mit Puffer – aber wenn’s mal besser läuft, will ich frei werdendes Geld einsetzen können, ohne Strafzinsen.

Ergebnis:
Letztes Jahr konnte ich eine Rate komplett ablösen – 6 Monate früher.
Und das gibt dir ein unglaublich gutes Gefühl.


Mein persönliches Ratenmodell: Monatsmix statt Einheitslast

Ich habe es mir angewöhnt, meine Raten nicht linear zu planen – sondern passend zu meinem Geschäftsmodell.

Ich verdiene zum Beispiel im ersten Halbjahr mehr – wegen Saisongeschäft.
Also:

  • höhere Raten im Frühjahr
  • flachere Raten im Sommer
  • Sondertilgung im Herbst (wenn’s klappt)

Einige Banken und Förderinstitute machen da mit – wenn man es früh kommuniziert.


Flexibilität gibt dir Sicherheit – nicht nur in der Bilanz

Ich hätte früher nie gedacht, wie viel Spielraum man bei Krediten haben kann – wenn man aktiv verhandelt.
Heute weiß ich:

  • Jede Investition ist anders – also braucht sie auch eine eigene Finanzierungslogik.
  • Starre Ratenmodelle passen nicht zu flexiblen Unternehmen.
  • Deine Bank kann dir helfen – aber du musst sagen, was du brauchst.

Wenn du mehrere Investitionen planst oder dich fragst, wie du deine laufenden Raten geschmeidiger bekommst – meld dich gern.
Ich zeig dir, wie ich’s bei mir gemacht hab – und was ich beim nächsten Mal besser machen würde. 😉


 

Förderchaos? So behalte ich den Überblick über meine Investitionsfinanzierungen

Ich weiß nicht, wie es dir geht – aber bei mir ist es selten bei einem Kredit geblieben.
Da war die Digitalisierung des Büros, dann das neue Fahrzeug, später noch die Lagererweiterung mit Förderung vom Land und ein kleiner Maschinenkredit dazwischen. Klingt erstmal super – war’s auch.
Aber: Irgendwann dachte ich: „Alex, du brauchst Struktur – sonst verlierst du hier den Überblick.“
Heute zeig ich dir, wie ich es geschafft habe, bei vier laufenden Finanzierungen, zwei Förderprogrammen und mehreren Rückzahlungsplänen ruhig zu schlafen – ganz ohne Excel-Wahnsinn oder Buchhaltungsstudium.


Der Anfang vom Chaos: Viele Töpfe, viele Bedingungen

Was mich am meisten genervt hat?

  • Jeder Kredit hatte andere Ratenlaufzeiten
  • Fördermittel kamen unterschiedlich schnell
  • Tilgungsfreie Zeiten fingen und endeten nicht gleichzeitig
  • Einige Banken wollten quartalsweise Berichte, andere nicht
  • Es gab unterschiedliche Ansprechpartner

Das war der Punkt, an dem ich mir sagte:
Ich brauch ein System – sonst reagiere ich nur noch, statt zu steuern.


Mein Weg aus dem Durcheinander: Das Alex-System in 4 Schritten

1. Ein zentrales Finanzierungs-Dashboard

Ich hab mir eine einfache Google-Tabelle gebaut (Excel geht natürlich auch), in der steht:

  • Kredit/Fördermittel Name
  • Höhe / Rate / Restschuld
  • Bank / Ansprechpartner
  • Laufzeit / Restlaufzeit
  • Tilgungsfreie Zeit (Ja/Nein – bis wann?)
  • Sondertilgung möglich (Ja/Nein)
  • Berichtspflichten (wenn ja, wann?)

Einmal angelegt, habe ich damit einen glasklaren Überblick.

2. Erinnerungssystem mit Kalender-Synchronisierung

Ich nutze Google Kalender. Klingt banal, ist aber Gold wert.

  • 📆 Alle Fristen für Berichte
  • 💳 Alle Abbuchungstermine
  • 🟢 Zeitpunkte, ab wann Sondertilgungen möglich sind
  • 📌 Erinnerungen zur Prüfung der Anschlussfinanzierung

Jedes Kreditereignis landet bei mir im Kalender. Und ja: Ich krieg wirklich Push-Benachrichtigungen aufs Handy – funktioniert besser als jede Buchhaltungs-App.

3. Farbcodes & Prioritäten

In meiner Übersicht arbeite ich mit Farben:

  • 🟢 läuft problemlos
  • 🟡 Achtung (z. B. Sondertilgung bald möglich)
  • 🔴 Handlungsbedarf (Frist, Bericht, Ende der Zinsbindung etc.)

Und ich markiere Prioritäten:
Was kann optimiert werden? Wo läuft eine Frist bald ab? Wo könnte ich bald umschulden?

4. Alle Unterlagen an einem Ort – digital & offline

Ich hab einen Cloud-Ordner: „Finanzierungen_Alex“. Da liegt alles:

  • Kreditverträge
  • Förderzusagen
  • Zahlungspläne
  • Schriftverkehr
  • Scan vom ursprünglichen Antrag

Offline hab ich zur Sicherheit einen Ordner in Papierform – man weiß ja nie.


Wer mehrere Investitionen finanziert, braucht ein System

Ich hab daraus gelernt:
Nicht die Zahl der Kredite bringt dich ins Schwitzen – sondern die fehlende Übersicht.

Seitdem ich mein eigenes kleines „Finanzcenter“ aufgebaut habe:

  • verpasse ich keine Frist mehr
  • kann gezielt Sondertilgungen einplanen
  • erkenne frühzeitig Umschuldungspotenziale
  • bin derjenige, der bei der Bank proaktiv anruft – nicht umgekehrt

Wenn du willst, teile ich gern meine Excel-Vorlage mit dir – ist simpel, aber wirksam.

Bleib organisiert – auch wenn’s brummt!

 

Mein Weg zur schuldenfreien Selbstständigkeit – 12 ehrliche Schritte, die wirklich funktioniert haben

Schuldenfrei als Selbstständiger?
Klingt wie ein Mythos, oder? Vor allem, wenn du gegründet hast, investiert hast, Förderungen genutzt, mal einen Engpass überbrückt oder einen Auftrag verloren hast. So war’s auch bei mir.
Ich bin Alex – und ich habe mich von fünfstelligen Kreditverpflichtungen, engen Margen und Nullrücklagen zu einer finanziell unabhängigen Selbstständigkeit entwickelt.
Hier zeige ich dir meinen Weg in 12 Schritten – ehrlich, realistisch und mit Tools, Tipps & Haltung.


1. Ich habe mir meine Schulden komplett aufgelistet

Kein „ungefähr“, kein „müsste noch so und so sein“. Ich hab alles aufgeschrieben:

  • Gläubiger / Bank / Plattform
  • Restschuld
  • Zinssatz
  • Laufzeit
  • Monatsrate
  • Kündigungsfristen

💡 Ich nutze dafür mein eigenes Excel-Dashboard (siehe früherer Artikel) – das war der erste Befreiungsschritt.


2. Ich hab meine Ausgaben brutal analysiert

Alles raus, was nicht nötig war:
Abos, doppelte Software, Tools, unnötige Versicherungen.
💡 Ich hab 230 € pro Monat eingespart – das ging direkt in meine Rücklage.


3. Ich hab meine Einnahmen stabilisiert, nicht maximiert

Klingt komisch? Ich wollte nicht mehr „so viel wie möglich“, sondern konstant und kalkulierbar.

Ich hab gezielt auf:

  • wiederkehrende Kunden
  • Paketpreise
  • Abschlagszahlungen

umgestellt – das brachte Ruhe in die Liquidität.


4. Ich habe einen Tilgungsplan aufgestellt

Nicht „irgendwie zahlen“, sondern:
Monatlicher Mindestbetrag + Sondertilgungen in guten Monaten
💡 Ich habe meinen teuersten Kredit zuerst abgelöst – der hatte zwar die kleinste Rate, aber den höchsten Zinssatz.


5. Ich habe eine Rücklage aufgebaut – auch während der Schuldenphase

Selbst wenn’s nur 100 € im Monat waren – ich hab mich selbst zur Priorität gemacht.
Rücklage ≠ Luxus, sondern Überlebensstrategie.


6. Ich habe mit Banken und Plattformen aktiv gesprochen

Ich hab offen kommuniziert:

„Ich will keine Probleme – ich will eine Lösung.“

Dadurch habe ich:

  • Sondertilgungen ohne Gebühr erreicht
  • 1x eine Rate aussetzen dürfen
  • bessere Konditionen bei Anschlussfinanzierung bekommen

7. Ich hab mein Mindset geändert: Kredit ≠ Freiheit

Kredit war für mich mal „Investition“, „Möglichkeit“, „Booster“.
Heute ist es für mich: Verpflichtung, Druck, Abhängigkeit – und genau deshalb gehe ich heute extrem strategisch damit um.


8. Ich hab neue Projekte nur gestartet, wenn sie sich selbst tragen konnten

Keine Vorfinanzierung ohne Plan. Keine Spielereien.
Nur Investitionen, die:

  • direkten Mehrwert bringen
  • sich in 6–12 Monaten amortisieren
  • notfalls auch gestoppt werden können

9. Ich habe meine Preise angepasst – selbstbewusst

Ich habe gelernt: Billig bringt nur Stresskunden.
Höhere Preise → bessere Kunden → bessere Planbarkeit → mehr Puffer → schnellere Schuldenfreiheit.

💡 Ich hab meine Stundensätze nachweislich mit Value-Argumenten angehoben – und kaum jemand hat sich beschwert.


10. Ich habe mein Business vereinfacht

Weniger Tools, weniger Dienstleistungen, weniger Plattformen – dafür:
Kernfokus, Wiederholung, Qualität.

Das spart Zeit. Und Zeit ist in Schuldenphasen dein größtes Kapital.


11. Ich habe jeden Erfolg gefeiert – auch kleine

5.000 € Restschuld abbezahlt?
🎉 Belohnung.
Zinsbelastung um 18 € pro Monat gesenkt?
🎉 Auch Belohnung.

Psychologisch extrem wichtig: nicht nur aufs Ziel starren, sondern unterwegs durchatmen.


12. Ich habe nach dem letzten Kredit nicht wieder direkt neu investiert

Klingt banal – aber ich musste mich echt bremsen.

Statt:

„Jetzt hab ich wieder Luft, also los!“
hieß es:
„Jetzt baue ich Liquidität auf. Jetzt genieße ich Flexibilität. Jetzt investiere ich, wenn ICH will.“


Schuldenfreiheit ist kein Zustand – es ist ein System

Ich bin heute schuldenfrei. Nicht, weil ich ein Lotto-Ticket hatte.
Sondern weil ich jeden Monat geplant, entschieden, gehandelt habe.

Und das kannst du auch.

Kredite sind nicht per se schlecht. Aber unkontrollierte Schulden sind ein stiller Businesskiller.
Mach den ersten Schritt. Und dann den zweiten. Und irgendwann sitzt du da – und brauchst keinen Kredit mehr, um selbstbewusst zu investieren.


 

Von der Idee zur Finanzierung – Mein Weg vom Zettel zum fertigen Antrag

Ich saß damals abends in der Werkstatt, mit einem alten Collegeblock auf dem Schoß.
Darauf stand in krakeliger Handschrift:
„Lager erweitern – neue Regale, Stapler, Digital-Scanner – mehr Ordnung, schnellere Abläufe.“
Das war die Geburtsstunde meines Investitionsprojekts. Kein Businessplan, kein Antrag – nur ein Zettel mit einer Idee.
Heute steht das Lager. Digitalisiert, sortiert, effizient.
Und das alles, weil ich den Mut hatte, aus einer Idee einen Plan zu machen.

Wie das konkret ablief, zeig ich dir hier – Schritt für Schritt.


Schritt 1: Die Idee konkretisieren

Die meisten scheitern schon hier. Nicht weil die Idee schlecht ist – sondern weil sie zu vage bleibt.

Ich hab mir folgende Fragen gestellt:

  • Was genau will ich verbessern?
  • Was kostet das ungefähr?
  • Wie wirkt sich das auf meine Arbeit aus?
  • Was passiert, wenn ich’s nicht mache?

Aus „Lager erweitern“ wurde:

Investition in 5 Schwerlastregale, 1 E-Stapler, 3 mobile Barcode-Scanner, 1 Softwarelösung zur Lagerverwaltung.

Und plötzlich war da nicht mehr nur ein Wunsch – sondern ein konkretes Projekt.


Schritt 2: Preise & Nutzen recherchieren

Ich hab Angebote eingeholt, Erfahrungsberichte gelesen und mir Referenzprojekte angeschaut.
Dabei hab ich geschaut:

  • Gibt’s Förderungen für Digitalisierung im Lager?
  • Welche Anbieter sind seriös?
  • Was kostet das Ganze realistisch?

Ergebnis: ca. 26.000 € Investitionsvolumen – plus ein kleiner Puffer.

Und das Beste: Ich konnte nun auch den Nutzen benennen:

  • 30 % schnellere Kommissionierung
  • Bessere Übersicht über Lagerbestand
  • Weniger Fehlbuchungen
  • Zeitersparnis = mehr Kapazität für Aufträge

Schritt 3: Finanzierungsmöglichkeiten prüfen

Ich hab meine Idee mit einem Berater bei der IHK durchgesprochen. Der hat mir Folgendes vorgeschlagen:

  • Zuschuss für Digitalisierung (über Landesprogramm)
  • Investitionskredit über die Förderbank (für Hardware & Infrastruktur)
  • Eigenanteil über Betriebsmittelkredit oder Rücklagen

Das war der Wendepunkt. Ich wusste: Das Projekt ist nicht zu groß – ich muss es nur clever finanzieren.


Schritt 4: Businessplan & Liquiditätsrechnung erstellen

Keine Raketenwissenschaft. Ich hab einfach:

  • das Projekt beschrieben
  • die Ziele benannt
  • die Zahlen ehrlich kalkuliert
  • meine Rückzahlung realistisch eingeplant

Dazu kam ein 12-Monats-Liquiditätsplan, in dem ich auch Schwankungen eingeplant hab.

Der Berater sagte:

„Kein Hochglanz – aber sehr realistisch. Genau das wollen Banken sehen.“


Schritt 5: Antrag gestellt – und Projekt gestartet

Ich hab zuerst den Zuschuss beantragt – mit Begründung, Angeboten und Projektbeschreibung.
Wichtig: Ich hab gewartet, bis die Zusage kam.
Dann erst hab ich den Kreditvertrag unterschrieben, Bestellung ausgelöst – und das Projekt gestartet.

Nach rund 4 Monaten war alles da, installiert und einsatzbereit


Große Projekte fangen auf einem Zettel an – aber du musst sie durchziehen

Ich hatte keine Ahnung, wie das geht.
Ich hatte keinen Berater, keine Vorlage, keinen fixen Plan.
Aber ich hatte den Willen, aus einer Idee etwas Greifbares zu machen – Schritt für Schritt.
Wenn du gerade mit einer Idee schwanger gehst – fang an.
Schreib sie auf. Recherchiere. Frag jemanden. Und bring sie auf die Schiene.
Wenn du willst, schick mir gern deine Idee – ich geb dir Feedback, ob und wie du sie finanzieren kannst.

Bis bald – und viel Mut beim ersten Schritt!

 

Fördermittel richtig beantragen – Tipps für Formulierungen, Fristen & Fehlervermeidung

Ich bin Alex – und ich habe im Laufe meiner Selbstständigkeit einige Förderanträge durchgeboxt. Manchmal mit Euphorie, manchmal mit Schweißperlen. Aber jedes Mal habe ich dazugelernt. Und genau dieses Wissen gebe ich dir heute weiter.
Denn klar ist:
Fördermittel sind keine Spontanaktion.
Aber mit der richtigen Vorbereitung und Strategie schaffst du es – auch ohne Berater.


🧠 Vor dem Antrag: Klarheit schaffen

Bevor du das erste Formular öffnest, solltest du dir folgende Fragen beantworten:

  • Was genau will ich umsetzen?
  • Welche Kosten entstehen realistisch?
  • Passt mein Vorhaben überhaupt zum Förderprogramm?
  • Gibt es Fristen – oder läuft das Programm laufend?
  • Muss der Antrag vor Projektbeginn gestellt werden? (meistens: ja!)

💡 Ich notiere mir das alles auf einer A4-Seite – mein „Förderfahrplan“.


⏰ Fristen beachten – der häufigste Fehler

Viele Anträge scheitern daran, dass Unternehmer:innen zu spät starten.
Wichtig:

✅ Fast alle Zuschussprogramme verlangen, dass der Antrag vor Projektbeginn bewilligt wird
❌ Rechnungen vor der Bewilligung = keine Förderung mehr möglich
✅ Plane 4–8 Wochen Puffer für Bearbeitung ein (manchmal mehr!)

💡 Ich trage mir beim Recherchieren immer sofort den spätesten Starttermin in den Kalender ein. Das hilft enorm bei der Planung.


✍️ So formulierst du deinen Antrag richtig

Hier gilt: Kein Marketing-Sprech, kein Roman – sondern klarer Nutzen, realistische Zahlen und verständliche Ziele.

Beispiel (gut):

„Ich möchte mit dem beantragten Zuschuss eine neue Website samt Buchungssystem realisieren. Ziel ist es, Neukunden einfacher zu gewinnen und Prozesse zu automatisieren. Das Projektvolumen beträgt ca. 8.000 €, wovon 60 % förderfähig sind.“

Beispiel (schlecht):

„Ich will digitaler werden und meine Sichtbarkeit maximieren. Dafür brauche ich neue Technik und Web-Support, um modern aufgestellt zu sein.“

💡 Nutze einfache Sätze, Zahlen und direkte Aussagen. Und: Immer den konkreten Nutzen fürs Unternehmen mitliefern.


📎 Typische Unterlagen, die du brauchst

Die meisten Programme verlangen:

  • Kostenaufstellung (z. B. Angebote von Dienstleistern)
  • Projektbeschreibung
  • Gewerbeanmeldung / Nachweis der Selbstständigkeit
  • Steuerbescheid / BWA / EÜR
  • ggf. Nachweis über bisherige Förderungen

💡 Ich habe mir einen festen Ordner erstellt: „Förder-Anträge“ – dort liegen alle Standardunterlagen aktuell griffbereit.


🧾 Projektkosten realistisch kalkulieren

Übertreib’s nicht – aber untertreib auch nicht.
Ein zu günstiges Projekt wirkt unprofessionell, ein zu teures abschreckend.

💡 Nutze reale Angebote, keine Schätzungen.
💡 Teile das Projekt ggf. in Einzeletappen, falls die Fördersumme gedeckelt ist.


✅ Nach dem Antrag: aktiv bleiben

  • Warte nicht einfach – frage höflich nach, wenn du nach 3 Wochen nichts hörst
  • Dokumentiere jede Rückmeldung schriftlich
  • Wenn du etwas nachreichen musst: schnell & vollständig liefern

💡 Ich habe mir angewöhnt, jedes Projekt zusätzlich in meinem Förder-Trello zu tracken – mit Deadline, Ansprechpartner, Status.


💥 Bonus-Tipp: Kleine Fehler, große Wirkung

❌ Förderung beantragt – aber Projekt trotzdem schon gestartet (z. B. Website in Auftrag gegeben)
❌ Angebote ohne klare Beschreibung („Beratungspaket“ statt „SEO-Analyse & Umsetzungsworkshop“)
❌ Umsatzschätzungen ohne Begründung („Wachstum geplant“ statt „Erwartete Neukundenzahl durch Automatisierung 20 % höher“)

💡 Immer dran denken: Die Förderstelle will sehen, dass du weißt, was du tust.


Fördermittel sind kein Glücksspiel – sie folgen einer Logik

Mit klarer Planung, ehrlicher Projektbeschreibung und guten Unterlagen kannst du auch als Einzelunternehmer oder Gründer erfolgreich Fördermittel beantragen. Ich hab’s mehrfach geschafft – du kannst das auch.
Und falls es mal nicht klappt: Analyse statt Frust. Oft liegt’s an Formalien, nicht an der Idee.


Im nächsten Artikel:
👉 Mein Weg zur schuldenfreien Selbstständigkeit – 12 Schritte mit System, Selbstdisziplin & smarter Planung.

 

Kredit oder Leasing? Mein Erfahrungsbericht mit echten Zahlen (und klarer Empfehlung)

Ich steh mitten im Handwerk – und da geht ohne Maschinen, Fahrzeuge und Technik einfach nix.
Aber neue Geräte kosten Geld. Viel Geld.
Und da stellt sich immer wieder dieselbe Frage:

Leasing oder Investitionskredit?

Ich hab beides gemacht:

  • Einmal eine Maschine per Leasing
  • Ein anderes Mal ein Fahrzeug über Investitionskredit

Heute zeig ich dir ganz konkret, wie sich das ausgewirkt hat – auf meine Liquidität, meine Steuer und mein Nervenkostüm.


Das Szenario: Zwei Investitionen, zwei Wege

Fall A: Maschine (Schweißgerät mit Zubehör) – gekauft mit Investitionskredit

  • Anschaffungspreis brutto: 17.850 €
  • Finanzierung über Landesförderbank
  • 10 Jahre Laufzeit
  • 2 Jahre tilgungsfrei
  • Effektivzins: 2,1 %
  • Monatliche Rate ab Jahr 3: ca. 177 €

Vorteil:

  • Günstig finanziert
  • Gerät gehört mir sofort
  • Abschreibung möglich
  • Maschine kann als Sicherheit dienen

Nachteil:

  • Lange Laufzeit bindet Liquidität
  • Rückzahlungspflicht auch bei Nichtnutzung
  • Bürokratie durch Förderantrag

Fall B: Fahrzeug für Kundentermine – geleast über Herstellerbank

  • Leasingrate: 320 € monatlich
  • Laufzeit: 36 Monate
  • Kein Restwert (Rückgabe geplant)
  • Wartung inkludiert

Vorteil:

  • Geringe monatliche Belastung
  • Keine Schulden in der Bilanz
  • Modernes Auto alle drei Jahre
  • Steuerlich voll absetzbar

Nachteil:

  • Am Ende bleibt dir nichts
  • Rückgabe mit Risiken (Schäden, Nachzahlungen)
  • Bindung an bestimmte Kilometerleistung

Die große Frage: Was ist langfristig günstiger?

Hier mal ganz grob runtergebrochen:

PunktInvestitionskredit (Maschine)Leasing (Fahrzeug)
Eigentum am Ende?✅ Ja❌ Nein
Flexibilität❌ Eher starr✅ Rückgabe möglich
Bilanzwirkung❌ Kreditlast sichtbar✅ Leasing oft off-balance
Laufzeitbelastung✅ Planbare Raten✅ Planbare Raten
Steuerlich absetzbar?✅ Abschreibung + Zinsen✅ Leasingrate voll
Nachverhandlung möglich?✅ Mit der Bank❌ Selten bei Leasingfirmen
Emotionale Freiheit 😅✅ Ich kann damit machen, was ich will❌ Rückgabe-Stress

Meine Meinung: Es kommt drauf an – aber ich hab eine klare Faustregel

➕ Ich nehme Kredit, wenn:

  • ich das Objekt lange nutzen will
  • es einen guten Restwert hat
  • ich es als Sicherheit einplanen kann
  • ich günstige Förderkonditionen bekomme

➕ Ich nehme Leasing, wenn:

  • ich flexibel bleiben will
  • es sich um Fahrzeuge oder IT handelt
  • ich keine Rücklagen habe und trotzdem modern bleiben will
  • steuerliche Vorteile überwiegen

Kredit oder Leasing? Die Investition entscheidet – nicht die Finanzierung

Beide Modelle haben ihre Daseinsberechtigung.
Aber wenn du blind nur nach der niedrigsten Monatsrate gehst, triffst du selten die beste Entscheidung.

Stell dir lieber diese Fragen:

  • Will ich das Objekt lange behalten?
  • Will ich Eigentum aufbauen?
  • Brauche ich Bilanzspielraum?
  • Was ist im Worst Case (z. B. Ausfall, Projekt scheitert)?

Wenn du magst, rechne ich dir das für dein Vorhaben einmal grob durch – so wie ich’s für mich auch mache.
Bis bald – und investier klug, nicht nur bequem!
Dein Alex