Checkliste für die perfekte Investitionskredit-Anfrage – so überzeugst du jede Bank

Ich habe in den letzten Jahren einige Investitionskredite beantragt – mal mit viel Erfolg, mal auch mit einem harten Nein. Das Spannende dabei: Es lag selten an der eigentlichen Investition, sondern fast immer daran, wie professionell die Anfrage gestellt wurde.
Die Bank will nicht nur sehen, dass du Geld brauchst – sie will Vertrauen in dich und dein Vorhaben.
Deshalb habe ich für mich eine Art Checkliste entwickelt, die ich bei jedem Antrag abarbeite. Und genau die möchte ich dir hier vorstellen.


1. Klare Investitionsbeschreibung ✍️

Die erste Frage der Bank lautet immer: „Wofür genau brauchen Sie das Geld?“
Ein schwammiges „für die Firma“ reicht nicht. Ich mache es immer so:

  • Investitionsobjekt klar benennen (z. B. CNC-Maschine XY, Softwarepaket, Umbau Lagerhalle)
  • Kosten genau auflisten (mit Angeboten von Lieferanten)
  • Nutzen erläutern (z. B. Umsatzsteigerung, Kostenersparnis, Expansion)

Das zeigt der Bank: Ich habe einen Plan, keinen Wunschzettel.


2. Vollständige Unterlagen – ohne Nachforderung

Ich habe gelernt: Jede fehlende Unterlage verlängert den Prozess um mindestens eine Woche.
Was du fast immer brauchst:

  • BWA der letzten 2 Jahre
  • aktueller Steuerbescheid
  • Kontoauszüge (geschäftlich)
  • ggf. Jahresabschlüsse
  • Investitionsplan mit Angeboten
  • Liquiditäts- und Rentabilitätsvorschau

Mein Tipp: Alles in einem sauberen PDF-Dokument sammeln und gleich mit der Anfrage einreichen. Damit wirkst du strukturiert – und Banken lieben sowas.


3. Bonität aktiv erklären statt verstecken

Wenn deine Zahlen nicht perfekt sind, versuch gar nicht erst, das zu kaschieren. Banken merken das sofort.
Ich habe einmal proaktiv erklärt, warum ein Jahr schwach lief (Corona + Lieferengpässe) – und wie ich das gelöst habe. Ergebnis: Zusage trotzdem erteilt, weil die Bank meine Offenheit schätzte.

Also: Lieber ehrlich Schwächen erklären als darauf hoffen, dass keiner nachfragt.


4. Mehrere Angebote einholen 📊

Ich frage grundsätzlich mindestens drei Banken an:

  1. Hausbank
  2. Direktbank / Plattform (z. B. Compeon)
  3. Förderkredit (z. B. KfW)

Allein das Wissen, dass ich Alternativen habe, verbessert meine Verhandlungsposition enorm. Einmal habe ich dadurch 0,4 % weniger Zinsen rausgehandelt – klingt wenig, aber auf 100.000 € über 10 Jahre sind das rund 4.000 € gespart.


5. Gespräch professionell führen

Wenn es ins Bankgespräch geht, halte ich mich an diese Punkte:

  • Keine langen Monologe, sondern präzise Antworten
  • Klare Argumente, warum die Investition sinnvoll ist
  • Sicher auftreten – nicht betteln, sondern als Geschäftspartner auf Augenhöhe

Ich sage immer: „Ich biete der Bank eine gute Gelegenheit, mit mir Geld zu verdienen.“ Und genau so sollte man auftreten.


6. Nachverhandlung nicht vergessen 💡

Das erste Angebot ist selten das beste. Ich habe schon mehrfach nachverhandelt – und fast immer hat die Bank nachgegeben.
Argumente können sein:

  • Besseres Angebot von Bank XY
  • Langjährige Kundenbeziehung
  • Gute Sicherheiten

Wichtig: Immer freundlich, aber bestimmt bleiben.


Mein ganz persönliches Fazit

Eine Investitionskredit-Anfrage ist kein Hexenwerk – wenn man vorbereitet reingeht.
Seit ich meine Checkliste konsequent abarbeite, habe ich deutlich bessere Konditionen bekommen und keine einzige Ablehnung mehr erlebt.
Die Bank merkt einfach sofort, ob jemand unvorbereitet reinkommt oder mit einem durchdachten Konzept.


💬 Meine Frage an dich: Hast du bei deiner letzten Kreditanfrage aktiv nachverhandelt – oder hast du einfach das erste Angebot unterschrieben?


 

Schreibe einen Kommentar