Eigenkapital + Fremdkapital: So kombiniere ich meine Finanzierung für Investitionen optimal

Wenn es um Investitionskredite geht, lautet die Standardfrage oft: „Wie viel Geld brauchen Sie von der Bank?“ – aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn genauso wichtig ist: Wie viel Eigenkapital bringst du selbst mit?
Ich habe in den letzten Jahren gelernt: Die Mischung macht’s. Wer Eigenkapital klug mit Fremdkapital kombiniert, bekommt nicht nur bessere Konditionen, sondern wirkt auch professioneller gegenüber Banken.


Warum Eigenkapital so wichtig ist

Banken lieben es, wenn der Unternehmer auch eigenes Geld ins Projekt steckt. Das zeigt:

  • Vertrauen ins eigene Konzept
  • Bereitschaft, Risiko mitzutragen
  • Stabilität, falls es mal schlechter läuft

In meinen Gesprächen mit Banken kam immer wieder die Faustregel: Mindestens 20 % Eigenkapitalanteil erhöhen die Chancen auf einen Kredit enorm. Ich habe aber auch schon Kredite mit weniger Eigenkapital bekommen – allerdings zu schlechteren Zinsen.


Wie ich Eigenkapital in der Praxis nutze

Ich mache es oft so: Ich setze einen gewissen Anteil Eigenkapital für die Anschubphase der Investition ein – z. B. für die ersten Lieferantenrechnungen oder Planungskosten – und den größeren Rest decke ich mit dem Investitionskredit.
Das wirkt bei Banken gut, weil sie sehen: Ich fange nicht bei Null an, sondern habe schon selbst „Skin in the Game“.

Ein Beispiel aus meinem letzten Projekt:

  • Gesamtkosten: 100.000 €
  • Eigenkapital: 25.000 €
  • Kreditbedarf: 75.000 €

Die Bank war sofort entspannter, als sie meinen Anteil gesehen hat.


Die Vorteile der Kombination

Wenn man es geschickt macht, hat die Mischung aus Eigen- und Fremdkapital gleich mehrere Pluspunkte:

  • Bessere Konditionen: Mehr Eigenkapital = niedrigerer Zinssatz
  • Höhere Chancen auf Zusage: Die Bank fühlt sich abgesichert
  • Geringere Belastung: Weniger Kreditbedarf bedeutet weniger Zinsen über die Laufzeit

Bei einem meiner Projekte habe ich dadurch fast 6.000 € an Zinsen gespart, nur weil ich einen Teil über Eigenkapital gedeckt habe.


Eigenkapital ist nicht nur Bargeld 💡

Das war für mich ein echter Aha-Moment. Viele denken: Eigenkapital heißt Cash auf dem Konto. Aber Banken akzeptieren auch andere Formen, zum Beispiel:

  • bereits vorhandene Maschinen oder Fahrzeuge
  • Grundstücke oder Immobilien
  • Rücklagen in Wertpapieren
  • sogar Eigenleistungen bei Bauprojekten

Ich habe einmal bei einer Investition meine Arbeitszeit und Material, die ich selbst eingebracht habe, als „Eigenkapitalanteil“ anrechnen lassen – die Bank hat’s akzeptiert.


Vorsicht: Zu viel Eigenkapital kann auch unklug sein

Das klingt erstmal komisch, aber ich habe es selbst erlebt. Wer zu viel eigenes Geld in ein Projekt steckt, blockiert sich manchmal für andere Chancen. Ich hatte einmal 80 % einer Investition aus Eigenmitteln bezahlt – und ein halbes Jahr später kam eine neue Geschäftsidee, für die ich dann kein Kapital mehr frei hatte.
Fazit: Immer einen Teil der Rücklagen behalten – die Bank soll mit ins Risiko.


Balance ist der Schlüssel

Die beste Lösung liegt meist in der Mitte: genug Eigenkapital, um die Bank zu überzeugen, aber auch genug Fremdkapital, um liquide zu bleiben und die eigenen Ressourcen clever einzusetzen.
Für mich persönlich hat sich eine Quote von 20–30 % Eigenkapital als optimal herausgestellt.


💬 Meine Frage an dich: Wie hoch war dein Eigenkapitalanteil bei deiner letzten Investition – und würdest du das heute genauso machen oder anders verteilen?


 

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