Hausbank oder Online-Plattform? Warum Deine Treue Dich 2026 bares Geld kosten kann

22. Januar 2026

Na, seid ihr auch schon wieder voll im Hamsterrad? Der Januar ist rum, die guten Vorsätze sind entweder schon gebrochen oder Alltag geworden, und das Business brummt (hoffentlich!).
Heute muss ich mir mal etwas Frust von der Seele schreiben. Und ich wette, der ein oder andere von euch nickt gleich heftig mit dem Kopf.

Es geht um das leidige Thema: Die Hausbank.

Versteht mich nicht falsch. Ich mag meinen Berater. Wir kennen uns seit 10 Jahren, trinken einmal im Jahr Kaffee und reden über Fußball. Aber neulich brauchte ich schnell 40.000 Euro für eine gebrauchte Maschine, die ich auf einer Insolvenzauktion geschossen habe. Ein Schnäppchen!
Ich rufe an. „Ja Herr Alex, Termin nächste Woche Donnerstag? Die Unterlagen dann bitte per Post.“

Leute, wir haben 2026! Die Maschine ist bis dahin dreimal weg!
Deshalb schauen wir uns heute mal die Investitionskredite über Online-Plattformen und Fintechs an. Sind die seriös? Sind die teurer? Und wann lohnt sich der „Verrat“ an der Hausbank?

Der „Nasenfaktor“ hat ausgedient

Früher galt: Wer dem Filialleiter schöne Augen macht, kriegt den Kredit. Heute zählen Daten. Und genau da haben die Online-Anbieter (Fintechs) die Nase vorn.

Während meine Sparkasse immer noch meine BWA von 2024 (!) sehen will, docken sich moderne Finanzierer per Schnittstelle (nennt sich XS2A) kurz an mein Geschäftskonto an, lassen eine KI drüberlaufen und sagen mir in 20 Minuten: „Alex, Kredit genehmigt.“

Das ist kein Science-Fiction, das ist mittlerweile Standard im „Small Ticket“ Bereich (also Kredite bis ca. 100.000 €).

Der Vergleich: Wo Licht ist, ist auch Schatten

Ich hab das mal für euch gegenübergestellt, damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst:

KriteriumDie klassische HausbankOnline-Finanzierer / Plattformen
Geschwindigkeit🐢 2-6 Wochen bis zur Auszahlung🚀 24h bis 5 Tage
PapierkramOrdnerweise (BWA, SuSa, Pläne)Minimal (Kontoblick, Digital-Upload)
ZinsenOft günstiger (wegen Mischkalkulation)Meist etwas teurer (Risikoaufschlag)
SicherheitenWill oft alles (Lager, Maschinen)Oft Blanko (nur Bürgschaft) möglich
FlexibilitätStarrOft vorzeitige Rückzahlung kostenlos

Wann Du die Hausbank links liegen lassen solltest

Ich sage nicht, dass ihr eure Bank feuern sollt. Für die große Hallenfinanzierung (siehe mein letzter Artikel) oder komplexe Förderkredite ist die Hausbank unschlagbar. Die Beratung dort ist tiefgehend.

Aber für schnelle Investitionskredite – z.B. das neue Lieferfahrzeug, die Software-Lizenz oder eben das Auktions-Schnäppchen – ist der Online-Weg 2026 einfach smarter.

Warum Treue Geld kostet:

Wenn ihr wegen der langsamen Bank ein Geschäft verpasst (Opportunitätskosten), ist das viel teurer als die 0,5% Zinsaufschlag beim Online-Anbieter.

Beispiel:

  • Die Maschine bringt mir 2.000 € Umsatz im Monat.
  • Die Hausbank braucht 2 Monate länger. = 4.000 € Verlust.
  • Der Online-Kredit kostet über die Laufzeit 500 € mehr Zinsen.
  • Ergebnis: Wer wartet, verliert 3.500 €. Mathe kann so einfach sein.

Nischen-Tipp: Kreditplattformen nutzen

Ihr müsst nicht jede Fintech-Seite einzeln abklappern. Es gibt mittlerweile riesige B2B-Vergleichsplattformen (ich nenne hier keine Namen, googelt einfach mal „Firmenkredit Vergleich“).

Der Vorteil: Ihr stellt eine Anfrage, und im Hintergrund prügeln sich 20 Banken und Finanzierer um euch. Das drückt den Zins!

Ich habe das letztes Mal gemacht und war überrascht: Das beste Angebot kam am Ende gar nicht von einem Fintech, sondern von einer Volksbank aus Norddeutschland, die ich gar nicht kannte, die aber gerade dringend Kreditvolumen rauslegen wollte. Verrückte Welt.

Achtung bei der „Schufa-Falle“!

Ein kleiner technischer Hinweis, der super wichtig ist (und den viele falsch machen):

Wenn ihr online anfragt, achtet darauf, dass es eine „Konditionsanfrage“ ist und keine „Kreditanfrage“.

  • Konditionsanfrage: Schufa-neutral. Niemand sieht es.
  • Kreditanfrage: Wird in der Schufa vermerkt. Wenn ihr das bei 5 Banken macht, sinkt euer Score, weil es aussieht, als hättet ihr Geldnot.Seriöse Plattformen machen aber heute fast immer erst mal nur eine Konditionsanfrage.

Werde „poly-bankorous“

Sorry für das Wortspiel. Aber im Ernst: Verlasst euch 2026 nicht mehr auf einen Partner. Baut euch ein Netzwerk auf.

  1. Die Hausbank für die großen, langfristigen Dinge.
  2. Ein Fintech-Konto oder Zugang zu Finanzierern für die schnellen „Quick Wins“.

So bleibt ihr handlungsfähig, auch wenn der Bankberater mal wieder 3 Wochen auf Mallorca weilt.

Habt ihr den Schritt zum Online-Kredit schon gewagt oder traut ihr dem Braten nicht? Schreibt mir mal eure Erfahrungen – vor allem, wie schnell das Geld wirklich da war!

Bis nächste Woche,