Ich hoffe, ihr habt die letzte Woche gut überstanden und mein kleiner Exkurs zum Thema „Finanzierung ohne Eigenkapital“ hat dem ein oder anderen die Augen geöffnet. Heute müssen wir aber mal den Blick nach vorne richten. Wir haben fast Ende 2025, und auf meinem Schreibtisch stapeln sich die Prognosen der großen Bank-Volkswirte für 2026.
Hand aufs Herz: Wer von euch plant nächstes Jahr größere Anschaffungen? Neue Maschinen? Eine Lagerhalle? Oder endlich die Digitalisierung, die ihr seit 2023 vor euch herschiebt?
Ich hab mich mal durch den Dschungel aus Bank-Deutsch und Analysten-Charts gewühlt, damit ihr es nicht tun müsst. Und ich sag mal so: Es gibt Licht am Ende des Tunnels, aber der Tunnel ist verdammt eng geworden.
Die Zins-Lage: Das „neue Normal“ ist da
Erinnert ihr euch noch an die Nullzins-Zeiten? Ja, ich auch. Mit Tränen in den Augen. Aber machen wir uns nichts vor: Die kommen 2026 nicht wieder.
Die EZB hat den Leitzins mittlerweile auf einem Niveau eingependelt, das die Experten als „neutral“ bezeichnen (irgendwo um die 2,0 – 2,25 %). Für uns bedeutet das: Investitionskredite kosten Geld.
Für 2026 sagen die meisten Prognosen eine Seitwärtsbewegung voraus. Das wilde Auf und Ab der letzten zwei Jahre ist vorbei. Das ist gut für die Planungssicherheit! Ihr könnt also jetzt kalkulieren und müsst nicht Angst haben, dass der Kredit nächste Woche plötzlich 1% teurer ist.
Aber: Wir reden bei klassischen Firmenkrediten (je nach Bonität) immer noch oft über eine 4 oder eine 5 vor dem Komma. Gewöhnt euch dran. Das ist jetzt der Standard.
Das eigentliche Problem ist nicht der Zins…
…sondern die Bank.
Ich hab neulich mit meinem Berater bei der Sparkasse gessprochen (bei einem sehr dünnen Kaffee, übrigens). Der meinte ganz offen: „Alex, wir haben Geld. Aber wir dürfen es nicht mehr jedem geben.“
Stichwort: Risikodisziplin. Die Banken schauen 2026 so genau hin wie nie zuvor. Und es gibt da ein neues Zauberwort, das euch Türen öffnen oder zuschlagen kann: ESG.
Wenn eure Investition das Unternehmen nicht „grüner“ oder nachhaltiger macht, wirds schwieriger. Die Banken müssen ihre eigene „Green Asset Ratio“ erfüllen. Klingt bürokratisch? Ist es auch. Aber für euch heisst das: Wenn ihr den Kreditantrag schreibt, betont den Nachhaltigkeitsaspekt!
Selbst wenn ihr nur ne neue CNC-Fräse kauft – schreibt rein, dass die 20% weniger Strom verbraucht als die alte. Das ist Gold wert im Bankgespräch!
Nischen & Chancen: Wo es einfacher wird
Es ist nicht alles düster. Es gibt Bereiche, da werfen sie euch das Geld fast hinterher (okay, übertrieben, aber ihr wisst was ich meine).
- Digitalisierung: Alles was mit KI, Automatisierung oder Cyber-Security zu tun hat, steht bei den Förderbanken (KfW & Co.) ganz oben auf der Liste. Hier gibts oft Zinsverbilligungen.
- Nachfolge: In 2026 suchen tausende Firmen einen Nachfolger. Kredite für Firmenübernahmen sind ein riesen Markt, und hier sind die Banken oft gesprächsbereiter, weil es um „Substanz“ geht.
Mein „Hack“ für 2026: Split the Bill
Ein Trend, den ich bei befreundeten Unternehmern immer öfter sehe, ist das „Splitten“. Statt einen dicken Investitionskredit über 500k bei der Hausbank zu betteln, finanzieren die cleverer:
- 30% Leasing für die Maschinen (schont die Kreditlinie).
- 50% Förderkredit der KfW (günstiger Zins).
- 20% Kontokorrent/Eigenmittel für den Rest.
Das macht zwar mehr Arbeit in der Orga, spart aber am Ende Zinsen und Nerven, weil man nicht von einem Entscheider abhängig ist.
Nicht warten, sondern gut vorbereiten
Mein Bauchgefühl für 2026? Es wird ein Jahr für Macher. Die „Schockstarre“ der Rezession löst sich langsam. Wer jetzt investiert, hat gute Karten, Marktanteile zu gewinnen, während die Konkurrenz noch jammert.
Aber: Geht nicht unvorbereitet zur Bank. Eure BWA muss glänzen, und ihr braucht ne Story, warum genau DIESE Investition euch krisenfest macht.
Wie sieht eure Planung für 2026 aus? Fahrt ihr auf Sicht oder geht ihr „All-in“? Lasst mal nen Kommentar da, mich interessiert vor allem, welche Konditionen ihr gerade so angeboten bekommt!
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