24-Stunden-Bürgschaft in Sachsen: Was ich vor dem Hausbanktermin prüfe
Wenn eine Investition sinnvoll ist, aber der Bank noch Sicherheiten fehlen, lohnt sich in Sachsen ein Blick auf die 24-Stunden-Bürgschaft. Der Name klingt nach besonders schnellem Kredit. Tatsächlich geht es um etwas Engeres: Die Bürgschaftsbank Sachsen sagt eine Entscheidung über die Bürgschaft innerhalb von 24 Stunden zu. Der Kredit selbst wird weiterhin mit der Hausbank geklärt.
Für wen das Programm gedacht ist
Nach den derzeit veröffentlichten Bedingungen richtet sich das Angebot an bestehende Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und freie Berufe mit mindestens zwei Jahresabschlüssen und einem Investitionsort in Sachsen. Genannt werden Maschinen, Anlagen, selbstgenutzte gewerbliche Immobilien, Warenlager, Betriebsmittel und Avale. Ich prüfe deshalb zuerst, ob mein Vorhaben in diese Kategorien fällt und ob der Standort passt.
Die Bürgschaft kann bis zu 70 Prozent des Kredits und höchstens 262.500 Euro abdecken. Das ist eine Obergrenze für die Absicherung, kein Zuschuss und kein zusätzlich ausgezahlter Betrag. Laut Programmbeschreibung läuft der Antrag über die Hausbank. Die Bank prüft also weiterhin das Vorhaben und die Kreditvergabe; die Bürgschaft ersetzt diese Entscheidung nicht.
24 Stunden bedeuten keine vollständige Kreditzusage
Ich frage im Gespräch daher ausdrücklich, wann die Frist für die Bürgschaftsentscheidung beginnt, welche Unterlagen dafür vollständig vorliegen müssen und wie lange die Kreditprüfung der Bank zusätzlich dauert. Ein schneller Entscheid über die Absicherung ist hilfreich, aber er sollte nicht mit einer Garantie verwechselt werden, dass das Geld am nächsten Tag auf dem Geschäftskonto steht.
Auch die Kosten gehören in den Vergleich. Die aktuelle Programminformation nennt eine einmalige Bearbeitungsgebühr von 0,5 Prozent des Kredits zuzüglich Umsatzsteuer. Für die laufende Provision sind dort – abhängig von der Bürgschaftsquote – 1,30 beziehungsweise 1,10 Prozent des valutierenden Kredits pro Jahr zuzüglich Umsatzsteuer angegeben. Ich lasse mir die konkret geltenden Sätze im Angebot bestätigen und vergleiche sie mit den Alternativen der Hausbank.
Meine Unterlagen vor dem Termin
- Investitionsort und Verwendungszweck des Kredits knapp beschreiben.
- Finanzierungsplan, Liquiditätsvorschau und vorhandene Eigenmittel beilegen.
- Jahresabschlüsse und aktuelle betriebswirtschaftliche Zahlen bereithalten.
- Mit der Hausbank klären, welche Sicherheiten bereits verfügbar sind und welchen Teil die Bürgschaft ergänzen soll.
- Bearbeitungsgebühr, laufende Provision und Kreditkonditionen gemeinsam vergleichen.
Wenn das Express-Angebot nicht passt
Die regulären Bürgschaftsprogramme haben eigene Zielgruppen, Quoten und Höchstbeträge. Ich übertrage deshalb weder die 24-Stunden-Frist noch die Express-Konditionen automatisch auf ein anderes Programm. Wenn Investitionsort, Unternehmensalter oder Finanzierungsbedarf nicht zur Kurzvariante passen, frage ich die Hausbank nach dem regulären Weg und lasse mir auch dort Gebühren und Dauer getrennt nennen.
Eine Bürgschaft kann fehlende bankübliche Sicherheiten teilweise ersetzen; sie beseitigt weder Kreditkosten noch das Rückzahlungsrisiko. Für den konkreten Fall prüfe ich die aktuellen Bedingungen direkt bei der Bürgschaftsbank und bespreche den Antrag mit meiner Hausbank. Wenn die Maschine selbst Teil der Besicherung ist, kann ich ergänzend auch meinen Check zur Sicherungsübereignung beim Maschinenkredit heranziehen.