KfW 268 für Ladeinfrastruktur: So plane ich den Betriebshof-Kredit
Ein Betriebshof mit mehreren Elektrofahrzeugen braucht mehr als ein paar Wallboxen. Ich plane auch den Netzanschluss, die Verteilung der Ladeleistung, Tiefbau und den Termin, zu dem die Fahrzeuge tatsächlich in Betrieb gehen. Diese Kostenblöcke entscheiden mit darüber, ob ein Investitionskredit zum Projekt passt oder nur eine grobe Zahl im Antrag bleibt.
Was der KfW-Kredit 268/269 abdeckt
Die KfW führt öffentliche und nicht-öffentliche elektrische Ladeinfrastruktur samt Stromnetzanschlüssen als förderfähige Infrastruktur für klimafreundlichen Straßenverkehr. Für ein Firmengelände kann das daher ein sinnvoller Prüfpfad sein. Die Programme 268 und 269 sind Investitionskredite, keine pauschale Prämie: Die Förderung hängt von den technischen Anforderungen, dem konkreten Vorhaben und der Kreditprüfung ab. Die KfW nennt einen Finanzierungsanteil von bis zu 100 Prozent der Kosten. Das ist eine Obergrenze im Produkt, keine Zusage für jeden einzelnen Kostenposten oder Antrag.
Ich lasse mir vom Finanzierungspartner vorab bestätigen, ob mein Betrieb und die geplante Anlage in die konkrete Variante passen, welche Belege gebraucht werden und wie Sicherheiten sowie Zinssatz für meinen Fall ermittelt werden. Das vermeidet, dass ich eine allgemeine Programmseite mit einer individuellen Kreditzusage verwechsle.
Netzkapazität vor der endgültigen Kreditsumme klären
Der frühe technische Check ist für meinen Zeitplan besonders wichtig. Reicht die verfügbare Anschlussleistung nicht, kann der Netzbetreiber einen sofortigen Anschluss ablehnen, bis Anschluss oder Netz verstärkt sind. Die Bundesnetzagentur sagt zugleich: Eine zu geringe Kapazität ist kein Grund für eine endgültige Ablehnung; der Netzbetreiber muss den Hinderungsgrund, mögliche Abhilfe und den voraussichtlichen Zeitbedarf erläutern.
Ich bitte daher früh um eine Netzanschluss-Aussage und hole ein Angebot eines qualifizierten, im Installateurverzeichnis eingetragenen Betriebs ein. Eine ungeprüfte Wunschleistung direkt in die Finanzierung zu übernehmen, kann den Kreditbedarf und den Inbetriebnahmetermin verzerren. Auch die Meldung an den Netzbetreiber und die technische Ausführung plane ich als eigene Schritte.
Die Investition in prüfbare Teile zerlegen
Für die Bankmappe ordne ich die Planung in einzelne Positionen: Ladepunkte und Steuerung, Anschlussverstärkung, Kabelwege oder Erdarbeiten, Anpassungen an der elektrischen Anlage, Zähler- und Kommunikationskomponenten sowie Planung und Inbetriebnahme. Zu jedem Teil lege ich Angebot, Lieferzeit, Zahlungsplan und verantwortliches Unternehmen ab. Ich kennzeichne ausdrücklich, welche Position bestätigt ist und welche noch von einer Netzprüfung abhängt.
Dann rechne ich nicht nur die Anschaffung, sondern auch die spätere Nutzung: Wer lädt wann, welche Fahrzeuge stehen über Nacht, wie verteilen sich Spitzen und welche laufenden Betriebs- oder Wartungskosten entstehen? Wenn die Flotte oder der Standort später anders genutzt wird als zunächst angenommen, kann sich der Nutzen der Anlage verändern. Meine Rate muss deshalb auch zu einer vorsichtigen Auslastung passen.
Antrag, Bestellung und Abruf zeitlich trennen
Den KfW-Antrag stelle ich über meinen Finanzierungspartner, bevor ich das Vorhaben beginne. Bereits begonnene oder abgeschlossene Projekte können mit diesem Produkt nicht nachfinanziert werden. Ich plane also erst Projektumfang, Netzprüfung, Angebote und Eigenmittel, dann stimme ich den Antrag und den Liefervertrag mit der Bank ab. Nach Zusage kläre ich den Abrufplan so, dass die Mittel zu den wirklichen Rechnungs- und Anschlussterminen passen.
Die Förderreihenfolge ist nicht für jedes KfW-Programm gleich. Bei einem anderen Vorhaben habe ich den Bestellzeitpunkt für KfW 295 gesondert eingeordnet: KfW 295: Bestellung vor der Förderzusage planen. Vor einer verbindlichen Bestellung lasse ich die aktuellen Bedingungen meines konkreten Mobilitätskredits durch den Finanzierungspartner bestätigen. So bleibt aus der ersten Schätzung ein belastbarer Investitionsplan – und ich starte keine Baumaßnahme in der Hoffnung, dass eine noch offene Finanzierung später schon passen wird.