KfW-Digitalisierungs-Check: Warum ich den Score nicht mit der Kreditzusage verwechsle
Bei einem geplanten Digitalisierungsprojekt schaue ich nicht nur auf die neue Software oder Hardware. Beim ERP-Förderkredit Digitalisierung (KfW 511/512) gibt es einen vorgelagerten Digitalisierungs-Check – und dessen Bedeutung lässt sich leicht überschätzen. Er hilft, das Vorhaben einer Förderstufe zuzuordnen; er ist nach den KfW-Hinweisen aber keine Kreditzusage und bestimmt auch nicht den Zinssatz.
Was der Digitalisierungs-Check leistet
Die KfW ordnet förderfähige Vorhaben in Basisdigitalisierung, LevelUp- und HighEnd-Digitalisierung ein. Für ein Vorhaben der Stufe 1 ist der Check verpflichtend; bei den Stufen 2 und 3 empfiehlt die KfW ihn. Das Ergebnis ist eine Einschätzung des Digitalisierungsgrads. Es entscheidet laut KfW weder über eine Bewilligung noch über die Kreditkonditionen.
Ich behandle den Check deshalb als Orientierung für die Beschreibung meines Projekts. Eine gute Selbsteinschätzung ersetzt weder die Prüfung des Finanzierungspartners noch die Entscheidung der KfW. Auch eine hohe Projektstufe garantiert für sich allein keine Förderung.
Den Antrag vor dem Projektstart vorbereiten
Der ERP-Förderkredit Digitalisierung wird nicht direkt bei der KfW beantragt, sondern über einen Finanzierungspartner wie die Hausbank. Die KfW verlangt, den Antrag vor Beginn des Vorhabens zu stellen. Ich kläre deshalb erst, was konkret angeschafft oder umgesetzt werden soll, welche Ausgaben dazugehören und in welche Stufe das Ganze voraussichtlich passt. Ein Angebot oder ein grober Wunsch nach „mehr Digitalisierung“ reicht dafür nicht als Projektbeschreibung.
Bei LevelUp- und HighEnd-Vorhaben kann ergänzend ein ERP-Förderzuschuss beantragt werden. Die Zuschussförderung hat eine eigene Prüfung und Zusage; ich plane sie nicht als sicher verfügbare Eigenliquidität ein, solange sie nicht verbindlich bewilligt und ihre Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt sind.
So trenne ich Projektkosten, Zuschuss und Kredit
Vor dem Banktermin stelle ich die einzelnen Kostenpositionen, den geplanten Zeitplan und den erwarteten Nutzen zusammen. Dann trenne ich drei Dinge: den Finanzierungsbedarf durch das Darlehen, eine mögliche spätere Zuschusszahlung und die laufenden Kosten, die mein Unternehmen während der Umsetzung weiter tragen muss. Selbst ein förderfähiges Vorhaben kann unterwegs laufende Ausgaben verursachen, die in der Liquiditätsvorschau sichtbar sein sollten.
Wenn mein Vorhaben nicht Digitalisierung, sondern industrielle Abwärmenutzung betrifft, gelten andere Produktanforderungen; dazu habe ich meinen Planungsbeitrag zu KfW 295 für Abwärmenutzung abgelegt.
Meine Checkliste für das Bankgespräch
- Projektziel und einzelne Hard- oder Softwarekomponenten schriftlich festhalten.
- Digitalisierungs-Check durchführen, wenn Stufe 1 angestrebt wird.
- Antrag und Startzeitpunkt mit dem Finanzierungspartner abstimmen, bevor ich Aufträge erteile.
- Kreditbedarf und möglichen Zuschuss getrennt kalkulieren.
- Prüfen, ob die laufende Liquidität während der Einführung ausreicht.
Damit bleibt der Check nützlich: Er hilft mir, das Vorhaben verständlich einzuordnen. Zusage, Konditionen und Zuschuss kläre ich trotzdem separat mit der Bank und der KfW.